Forschung und Industrie sind sich einig: Neue Werkstoffe, Nanomaterialien und Nanotechnologien sorgen in immer mehr Produkten für verbesserte Eigenschaften, ermöglichen völlig neue Anwendungen und gewinnen dadurch immer mehr an Bedeutung. Gemäss Experten haben siebzig Prozent aller Innovationen weltweit ihren Ursprung in neuen Materialien, die meisten davon Nano- oder nanostrukturierte Materialien. Dies gilt für alle Lebensbereiche, das Anwendungspotenzial ist schier unbegrenzt. Das Hightech Zentrum Aargau hat frühzeitig auf die Nanotechnologien als Schwerpunktthema gesetzt und unterstützt Schweizer und Aargauer KMU bei ihrem erfolgreichen Einsatz.

Grundsätzlich kann jedes produzierende, technologieorientierte KMU profitieren. Denn: Immer häufiger finden technologische Herausforderungen ihre Lösung im Bereich der Nanotechnologien. Siebzig Prozent aller Innovationen weltweit haben ihren Ursprung in neuen Materialien, die meisten in Nano- oder nanostrukturierten Materialien Das Bewusstsein dafür aber ist noch nicht überall vorhanden. Hier informiert das Hightech Zentrum Aargau und schliesst Lücken. Erfahrene Innovations-Mentoren unterstützen KMU auf der Suche nach Lösungen für konkrete Anwendungen, schlagen Brücken zwischen Forschung und Industrie und fördern die Innovation. Zudem organisieren wir Nanotechnologie-Veranstaltungen und -Workshops, informieren über regulatorische Neuerungen, halten Fachvorträge und kommunizieren zu Nano-Themen regelmässig auf unserer Community-Plattform nano.swiss. Dank unserer guten Vernetzung mit kompetenten Partnern im Nanotechnologie-Bereich erhalten KMU einen schnellen Zugang zu Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen.

Projekte

Nanotechnologien: winzige Struktur, grosse Wirkung

Nanoskalige Effekte für neue Produkte

Mit zunehmend kleiner werdenden Strukturen verändern sich die physikalischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften von Materialien und Oberflächen. Nanotechnologien spielen eine wichtige Rolle bei vielen Werkstoffanwendungen. Sie erlauben einen detaillierten Einblick in das Materialverhalten und ermöglichen Strukturierungen und Modifikationen bis in atomare Grössenordnungen.

Diese besonderen Eigenschaften von Nanomaterialien sind vielfach darauf zurückzuführen, dass sich im Nanometerbereich das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen der Materialien drastisch verändert. Und aus genau dieser Tatsache zieht die Nanotechnologie ihren Nutzen. Die Nanotechnologie bewegt sich in kleinsten Dimensionen und erzeugt neuartige, nanoskalige Effekte. In der Nanowelt lösen die Gesetzmässigkeiten der Quantenphysik die klassische Physik ab. Forschung und Entwicklung in den Nanotechnologien sind bestrebt, solche nanoskaligen Effekte für neue Werkstoffe, Produkte und Verfahren zu nutzen und somit die Grenzen des bis anhin Machbaren zu überschreiten.

Events

Die Welt der Zwerge

Definition: Was heisst eigentlich „Nano“?

Das Wort «Nano» stammt aus dem Griechischen und heisst übersetzt «Zwerg». Zur Erklärung: Das Verhältnis von einem Meter (m) zu einem Nanometer (nm) entspricht dem Verhältnis des Erddurchmessers zum Durchmesser einer Orange.

1 Nanometer ist ein Milliardstel Meter. Oder anders ausgedrückt: 1 nm entspricht dem Durchmesser des bekannten Buckminster-Fullerens C60, eines kugelförmigen Moleküls aus 60 Kohlenstoffatomen, das sowohl natürlich vorkommt als auch synthetisch hergestellt wird. Nanowissenschaften befassen sich mit Strukturen im Bereich von 1 nm bis zu 100 nm. Um von Nanotechnologien zu sprechen, müssen die Strukturen synthetisch, also von Menschen hergestellt sein. Wir bewegen uns weit unterhalb des für das menschliche Auge Sichtbaren. Auch dem besten optischen Lichtmikroskop bleiben die Geheimnisse der Welt in Nanogrösse verschlossen. Erst mit Hilfe neuester Analyseinstrumente, wie etwa dem Elektronenmikroskop, dem Rastertunnelmikroskop oder dem Rasterkraftmikroskop können wir Strukturen im Nanometerbereich sichtbar machen – eine Grundvoraussetzung, um die Nano-Welt zu erforschen und zu verstehen.

Kompetenz im Rücken

Hightech Zentrum Aargau: Advisory Board Nano- und Werkstofftechnologien

Nanotechnologie ist eines der beiden Schwerpunktthemen der Hightech Zentrum Aargau AG. Einige Aargauer KMU stellen bereits heute Produkte unter Anwendung verschiedener Nanotechnologien und Nanomaterialien her und vertreiben diese. Die Mitglieder des Advisory Boards Nanotechnologie sind ausgewiesene Experten und unterstützen das Hightech Zentrum Aargau.

Hans-Peter Rohrer, CEO Rohrer AG, Möhlin

«Eines unserer strategischen Projekte betrifft die Produktion von hochdispersiblen Tabletten – „Orally Disintegrating Tablets“ –, die sich innert weniger als fünf Sekunden im Mund auflösen. Wir haben ein innovatives Verfahren zur Herstellung der gefriergetrockneten Tabletten entwickelt. Die Verfahrensoptimierung durch eine pharmazeutische Fachstelle war ein zentrales Anliegen. Ein grosser Mehrwert unserer Zusammenarbeit mit dem Hightech Zentrum Aargau besteht darin, dass wir so schnell den richtigen Platz für unser Entwicklungsprojekt gefunden haben. Als Forschungspartner konnte das Institut für Pharma-Technologie an der Fachhochschule der Nordwestschweiz in Muttenz gewonnen werden.»