Hightech Zentrum Aargau
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Auch im siebten Jahr mit Elan unterwegs

Das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) hat 2018 mehrere Rekordwerte erreicht: Erstmals wurden über 300 neue Kundenprojekte gestartet und 44 Machbarkeitsstudien durchgeführt. Das HTZ erhielt von seinen Kunden erneut Topnoten.

„Die Hightech Zentrum Aargau AG hat auch im sechsten Jahr seit ihrer Gründung, geliefert“, resümierte Verwaltungsratspräsident Anton Lauber im Rahmen des Jahresanlasses in Brugg. Von 2013 bis 2018 wurden knapp 1000 Erstberatungen vorgenommen und 1287 Firmenprojekte initiiert und begleitet. In dieser Zeit wurde ein Projektvolumen von insgesamt 44,2 Millionen Franken ausgelöst. Davon entfielen 23,2 Millionen Franken auf Eigenleistungen der Unternehmen. Aus dem Programm Hightech Aargau erhielt das HTZ total 22,8 Millionen Franken: Für die Pflege der Schwerpunktbereiche KMU-Innovationsberatung, Nano- und Werkstofftechnologien, Energietechnologien und Ressourceneffizienz sowie die Durchführung von Veranstaltungen wurden 18,0 Millionen Franken eingesetzt. Die restlichen 4,8 Millionen Franken wurden für Machbarkeitsstudien aufgewendet.

Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport, hielt fest: „Seit 2013 kurbelt der Kanton Aargau mit dem Programm Hightech Aargau den Wissens- und Technologieaustausch zwischen Forschung und Wirtschaft an. Damit öffnen wir den Unternehmen die Türen zu neusten Erkenntnissen der Spitzenforschung.“

Die Qualität der Technologie- und Innovationsexperten des HTZ und der Nutzeffekt der Unterstützung wurden von den Kunden sehr hoch benotet. In einer externen Befragung gaben 77 Prozent der antwortenden Unternehmen zudem an, sie hätten das HTZ bereits weiterempfohlen.

85 Projekte mit Schweizer Hochschulen

HTZ-Geschäftsführer Dr. Martin A. Bopp stuft 2018 als „ein sehr gutes Jahr“ ein. Von den 306 Kundenprojekten wurden deren 85 als Kooperationsprojekte mit anderen Institutionen realisiert. Dabei wurde ein rekordhohes Projektvolumen von 11,6 Millionen Franken erreicht. „Immer mehr Unternehmen wollen vom Know-how der Hochschulen profitieren“, betonte Bopp vor rund 150 Gästen. Im laufenden Jahr werde das Hightech Zentrum Aargau seine Tätigkeiten im Bereich der Geschäftsinnovationen durch neue Angebote erweitern. Im März 2019 wurde das „Netzwerk Aargau innovativ“ gegründet. Diese Plattform für innovationsorientierte Unternehmerinnen und Unternehmer zählt bereits mehr als 60 Mitglieder. Im Schwerpunkt Nano- und Werkstofftechnologien wurde die Plattform „nano.swiss“ lanciert. Diese dient sowohl als Schaufenster für Forschungsinstitute als auch als Informationsquelle für Unternehmen.

Wechsel im Verwaltungsrat

Im Verwaltungsrat der Hightech Zentrum Aargau AG kommt es zu Mutationen. Verabschiedet wurden Vizepräsidentin Claudia Hoffmann-Burkart und Dr. Bruno Covelli. Neu gewählt wurden Sandra Traxler-Indermühle, Mitglied der Geschäftsleitung der Indermühle Logistik AG in Rekingen, und Paul Stalder, Geschäftsführer der Stiebel Eltron AG in Lupfig. Als neuer Vizepräsident des Verwaltungsrats amtiert Peter Gehler, Leiter des Pharmaparks Siegfried Zofingen sowie unter anderem Vizepräsident der Aargauischen Industrie- und Handelskammer AIHK.

Drei spannende Beispiele aus der Praxis

Zu einem festen Programmpunkt der HTZ-Jahresanlässe ist die Präsentation konkreter Innovationsprojekte geworden. Auf diese Weise erhalten die Gäste einen Einblick in die Tätigkeit der HTZ-Experten. Gleichzeitig wird die Vielfalt der praktischen Herausforderungen vermittelt.

Die ERNE AG Holzbau aus Laufenburg hat mit Unterstützung des HTZ einen ungenauen Prototypen in ein marktreifes Software-Tool weiterentwickelt. Mit diesem Instrument lassen sich Raumluftemissionen in Innenräumen aus Holzmodulen genauer denn je vorhersagen. Als Generalunternehmen baut ERNE zurzeit in Frankfurt am Main ein Schulgebäude für 2200 Schülerinnen und Schüler.

Die Atesos Medical AG aus Aarau trägt dazu bei, dass Hüftoperationen „minimalinvasiv“ vorgenommen werden können. Zur Produktpalette des Medizintechnikunternehmens gehören optische Marker als Teile für chirurgische Navigationssysteme. Gemeinsam mit dem HTZ hat Atesos Medical einen Weg gefunden, um die Markerproduktion auch bei steigender Stückzahl und wachsendem Kostendruck in der Schweiz halten zu können.

Die Bang & Clean Technologies AG aus Othmarsingen reinigt unter anderem die Boiler von Kehrichtverbrennungsanlagen mittels Gasexplosionen. Das Aargauer KMU setzt seit 18 Jahren auf diese spezielle, patentierte Technologie. Deren Wirksamkeit wurde mit Unterstützung des HTZ und eines Forscherteams auch wissenschaftlich nachgewiesen. Heute werden weltweit mehr als 600 Anlagen auf der Basis der Bang & Clean Technologies AG gereinigt.

Mechanismen der Innovationsförderung standen im Zentrum des Gastreferats von Universitätsprofessorin Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl. Sie leitet das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI. Sie hat einen Lehrstuhl für Innovations- und Technologie-Management am Karlsruher Institut für Technologie. Für Professorin Weissenberger-Eibl sind fünf Bereiche für die Innovationsfähigkeit eines Staates relevant: Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und der Staat. Sie stuft Innovation als Garanten für eine starke Volkswirtschaft ein.