Hightech Zentrum Aargau
So war es an der Swiss NanoConvention 2021, Headerbild
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Die Schweizer Nano-Community lebt – und wie!

Nach zwei Tagen mit randvollem Programm war die diesjährige, online durchgeführte Swiss NanoConvention am Freitagabend Geschichte.  Zwei Dinge zeigte die SNC 2021: Die Nano-Forschungscommunity ist vital, untereinander sehr gut vernetzt und produziert ohne Unterlass neue und wichtige Grundlagen für die Entwicklungen und innovativen Produkte der Zukunft. Und zweitens generieren Wissenschaft und Forschung unmittelbaren Impact. Dies bewiesen die Beiträge etablierter Firmen in den drei «Applied Sessions», aber ebenso die grossartigen Beiträge der aufstrebenden Unternehmen in der «Nanotechnology Startup Competition».

Die über 650 registrierten Teilnehmenden kamen zwar nicht wie ursprünglich geplant nach Basel, fanden aber virtuell zusammen zum führenden Schweizer Nano-Anlass mit internationaler Ausstrahlung.  Ein Kompliment dem Veranstaltungsteam des Swiss Nanoscience Instituts, das in der halbjährigen Vorlaufzeit eine komplexe Meetingplattform mit zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten und integrierten Zoom-Sessions für die Vorträge auf die Beine gestellt hat!

Themenvielfalt und Bedeutung von Nanomaterialien und -Technologien

Die profilierten Referentinnen und Referenten kamen aus der aktiven Schweizer Nano-Community, aber auchvon internationalen Universitäten. In den Keynotes wie auch den Sessions  ging es um die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für zahlreiche Bereiche:

  • Nano für Photonik, Quantenkommunikation und Quantencomputing
  • Nanoengineering für anorganische und organische Materialien
  • Nanotechnologien für Gesundheit, gesundes Altern und antimikrobielle Oberflächen
  • Nanotechnologien für das Klima
  • Anwendungen im nanoskaligen Advanced Manufacturing, Nanoanalytik und -imaging sowie industrielle Nano-Innovationen (letzteres unter Leitung des HTZ)

Auch der Leiter des Schwerpunkts Werkstoff- und Nanotechnologien am Hightech Zentrum Aargau, Dr. Marcus Morstein,  leitete eine der Sessions. Zahlreiche herausragende Vorträge boten beste Werbung für die Nanowissenschaften in der Schweiz und so manchen Blick in die Zukunft. Die Güntherodt Lecture wurde diesmal zum Thema «Quantum Spins on Surfaces» gehalten, von Prof.Dr. Andreas Heinrich vom Center for Quantum Nanoscience in Seoul.

Leider war die Ausstellung (an der zahlreiche Partner von nano.swiss und auch nano.swiss selber vertreten waren) trotz der ansprechenden Aufmachung und diversen Interaktionsmöglichkeiten nur mässig besucht. Hier zeigten sich die Grenzen des digitalen Formats ebenso wie eine gewissen Ermüdung der Teilnehmenden – die «Zoom Fatigue».

Swiss Nanotechnology Ph.D. Awards

Wie jedes Jahr verteilte das Swiss Micro‐ and Nanotechnology Network, unterstützt von den Sponsoren Bühler, Hightech Zentrum Aargau, IBM Research Europe, Sensirion und Zeiss/Gloor Instruments, fünf mit je 2000 CHF dotierte Preise an die Erstautoren für herausragenden Papers. Speziell war, dass die Awards von 2019 zusammen mit den «aktuellen» des Jahres 2020 erst im diesjährigen Rahmen vergeben wurden. Erfreulich war festzustellen, dass drei Forscherinnen den Award in Empfang nehmen durften. Der virtuelle Rahmen bot dahingehend einen Vorteil: Auch wenn die Awardees oftmals schon an andere, oft internationale Forschungsinstute weitergezogen waren,  konnten dennoch alle bis auf einen Ihre Preise per Zoom «abholen».

Aus der Schweizer Nanoszene entstehen gute Unternehmen

Das war «great», fand Chairman Pierangelo Gröning von der Empa anlässlich der Preisverleihung des Nanotech Startup Contests 2021. In der Tat waren die Pitches der neun ausgewählten Firmen alle exzellent. Im Anschluss gab es ein Voting der Tagungsteilnehmer, das am Ende einen klaren Sieger hatte: Die 10'000 Franken gingen an anavo medical. CEO Tino Matter präsentierte eine Lösung zur Versorgung schlecht heilender Wunden auf Basis einer Paste mit antimikrobiell wirkenden Nanopartikeln. Diese ermöglicht nach Operationen eine schnelle Wundschliessung und reduziert dadurch massiv Komplikationen bei den Patienten.

Eine rundum gelungene Sache

Teilnehmende und Organisatoren konnten am Ende sehr zufrieden sein mit dieser digitalen Ausgabe der SNC.  Dies zeigte sich in den zahlreichen Diskussionen und Feedbacks während der Tagung, aber auch in Form der gleichmässig hervorragenden Qualität der Vorträge, die wie immer ausschliesslich eingeladen waren. Die digital präsentierten Poster gaben auch den Nachwuchswissenschaftlern eine Plattform. Nicht zu vergessen auch die zahlreichen Sponsoren, dank denen die Teilnehmenden keine Tagungsgebühr zu entrichten brauchten. Freuen wir uns also auf das nächste Mal, am 8. und 9. Juni 2022 in Fribourg – dann wieder im persönlichen Austausch!

(nano.swiss / MMo)