Hightech Zentrum Aargau
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Erfreuliche Bilanz des Hightech Zentrums Aargau nach sieben Jahren

Der Aargauer Regierungsrat ist überzeugt, dass das Hightech Zentrum Aargau auch in den kommenden Jahren zum Erfolg der Unternehmungen im Aargau beitragen wird. Dies sagte Volkswirtschaftsdirektor Dr. Urs Hofmann am Jahresanlass in Brugg-Windisch. Das Hightech Zentrum Aargau blickt auf ein erfolgreiches siebtes Geschäftsjahr zurück.

Anton Lauber, der Verwaltungsratspräsident der Hightech Zentrum Aargau AG (HTZ), konnte die Rekordzahl von 250 Gästen zum Jahresanlass begrüssen. Der Event war dieses Jahr corona-bedingt vom Frühling in den August verschoben worden. Auch fand er nicht im Technopark Aargau statt, sondern im Campussaal Brugg-Windisch. Das traditionelle Grusswort der Aargauer Regierung wurde zur Dernière für Urs Hofmann in diesem Kreis: Er wird Ende Jahr aus der Kantonsregierung zurücktreten und damit auch die politische Verantwortung für die aargauische Wirtschafts- und KMU-Politik in jüngere Hände legen.

Als Hofmann im April 2009 sein Amt antrat, befand sich auch die Schweizer Wirtschaft in einer schwierigen Phase. Viele Finanzinstitute befanden sich in einer Schieflage, die Industrieproduktion schrumpfte und die Eurokrise setzte die Exportwirtschaft zusätzlich unter Druck. «Wie immer in Zeiten der wirtschaftlichen Baisse und der Rezession», so erinnerte sich Hofmann, «wurden damals auch von der Aargauer Regierung geeignete Massnahmen zum Schutze unserer Unternehmen und der Arbeitsplätze gefordert». Der Regierungsrat präsentierte damals auch ein langfristig angelegtes Programm zur Stärkung der Innovationskraft der Aargauer KMU.

Unkomplizierte, praxisnahe Unterstützung

Im In- und Ausland, so betonte Volkswirtschaftsdirektor Hofmann, habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Zusammenarbeit zwischen Bildung und Forschung einerseits und den Unternehmen andererseits von zentraler Bedeutung seien. Dasselbe gelte für einen wirkungsvollen Wissens- und Technologietransfer von der Grundlagenforschung, über die angewandte Forschung hin zu den KMU. Hofmann resümierte, das Hightech Zentrum Aargau sei ein wichtiges Element der regierungsrätlichen Hightech-Strategie und habe sich etabliert. Hofmann ergänzte: «Es trägt dazu bei, dass die KMU aller Branchen bei ihren Innovationsvorhaben unkompliziert und praxisnah unterstützt werden.» Der Regierungsrat bedankte sich bei den Verantwortlichen für die geleistete, wertvolle Arbeit. Verwaltungsratspräsident Lauber sprach Hofmann seinen Dank aus für die mehr als siebenjährige, gemeinsame «Reise».

«2019 war ein sehr gutes Jahr»

Im Rückblick auf 2019 sprach Dr. Martin A. Bopp, Geschäftsführer der Hightech Zentrum Aargau AG, von einem «sehr guten Jahr». Erneut sei es gelungen, die «Mission Innovation» zu erfüllen. Das Team der Technologie- und Innovationsexperten startete 349 neue Kundenprojekte, was eine Rekordmarke darstellt. 85 Projekte wurden gemeinsam mit einer Hochschule durchgeführt. Von den insgesamt über 350 Hochschulprojekten seit dem Start 2013 wurden 51 Prozent mit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW umgesetzt, die andere Hälfte mit Hochschulen aus der ganzen Schweiz. Die traditionelle Kundenbefragung fiel für das HTZ erneut sehr positiv aus. Mehr als 90 Prozent der unterstützten Unternehmerinnen und Unternehmer würden das HTZ einer befreundeten Geschäftskollegin oder einem befreundeten Geschäftskollegen empfehlen. Zwei Drittel der Unternehmen erwarten, dass sie als Folge der mit dem HTZ realisierten Projekte neue Produkte oder Dienstleistungen entwickeln und ihre Konkurrenzfähigkeit steigern werden.

«Aargau innovativ»: Drei illustrative Projektbeispiele

Im Rahmen von Kurzpräsentationen wurde den Gästen ein Einblick in die Beratungspraxis des HTZ vermittelt:

- Die Stobag AG aus Muri ist auf massgeschneiderte Sonnen- und Wetterschutzsysteme spezialisiert. Sie hat mit Unterstützung des HTZ ihr erstes grosses Digitalisierungsprojekt umgesetzt: Die Entwicklung eines integrierten Tools für Online-Bestellungen durch den Fachhandel. Die Stobag konnte den Bestellprozess stark beschleunigen und baut damit ihre Position als Marktführer in der Schweiz weiter aus. (Details zum Projekt: www.htz.ch/1208)

- Die Medicoat AG aus Mägenwil hat sich auf medizinische Beschichtungstechnologie spezialisiert. Sie beschichtet Knochenimplantate, baut Beschichtungsanlagen und produziert Beschichtungspulver. Im Rahmen eines Nano-Argovia-Projekts wurde ein innovativer, kostengünstiger Prozess zur keramischen Beschichtung von Titanimplantaten entwickelt. (www.htz.ch/245)

- Die ABB Schweiz AG Traktion in Turgi: Auf der Grundlage einer Technologiestudie wurde am Standort Baden eine automatisierte Batterieproduktion gebaut. Im Zentrum stehen innovative Energiespeichersysteme für mobile Anwendungen. Ermöglicht wurde diese strategische Investition als Folge der Entwicklung eines Laserschweissverfahrens, das für ABB Neuland gewesen war. (www.htz.ch/1156)

Aargauer Innovationsförderung

In seiner Keynote ging Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch, der Frage nach dem «Aargauer Rezept für eine erfolgreiche Innovationsförderung» nach. Das von ihm skizzierte Aargauer «Innovations-Ecosystem» besteht aus vier Elementen: Fachkräfte (FHNW, Paul Scherrer Institut PSI, Höhere Fachschulen), Beratung (Institutionen wie FITT, EU-Research, Hightech Zentrum Aargau, Park InnovAare), Förderinstrumente (Forschungsfonds Aargau, Nano-Argovia-Projekte, Machbarkeitsstudien des Hightech Zentrums Aargau, Stiftungen, Innosuisse, Nationalfonds, EU-Instrumente) und die spezifische Start-up-Förderung (Technopark, Swiss Challenge FHNW, Park InnovAare, genisuisse). Diesem Paket gelte es Sorge zu tragen, riet Bergamaschi. Letztlich aber brauche es eigenverantwortliche Unternehmen, die von beseelten Menschen angetrieben würden.