Hightech Zentrum Aargau
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Hightech Zentrum Aargau würdigt 2000. Kundenprojekt

Rohrer Tools AG in Möhlin und die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW sind als Innovationspartner involviert.

Die Steigerung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Aargauer KMU ist seit 2013 die Kernaufgabe des Hightech Zentrums Aargau. Anfang 2021 wurde Innovationsprojekt Nummer 2000 gestartet. Im Zentrum steht dabei eine Technologieentwicklung der Rohrer Tools AG aus Möhlin. Als Forschungspartner wirkt ein Team der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW mit.

Das Innovationsprojekt mit der Rohrer Tools AG dreht sich um die Entwicklung von Stanz- und Schneidewerkzeugen für abfallarme Lebensmittelverpackungen aus Polyester (PET). Mit diesem Material soll der Kunststoff Polystyrol ersetzt  werden. Polystyrol ist biologisch praktisch nicht abbaubar. Die Verwendung von PET erfordert einen anderen  Schneideprozess und damit auch andere Werkzeuge. Für die Simulationen konnte das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) das Institut für Produkt- und Produktionsengineering der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch gewinnen.

Gutschein und Torte

Der Geschäftsführer des HTZ, Dr. Martin A. Bopp, gratulierte dem General Manager der Rohrer Tools AG, Dr. Carsten Lautz, zum Start des 2000. Kundenprojekts. Zur Würdigung dieser besonderen Wegmarke erhielt das Unternehmen einen  Gutschein: Das HTZ übernimmt bei der nächsten Machbarkeitsstudie mit der Rohrer Tools AG die Firmenbeteiligung von bis zu 2000 Franken. Damit auch die Belegschaft des Fricktaler KMU vom Jubiläum profitieren konnte, überbrachte das HTZ eine speziell für das Jubiläum kreierte Torte.

Ungebremst innovative Aargauer KMU

HTZ-Geschäftsführer Bopp betonte: «Speziell in dieser von Corona dominierten Zeit freut es mich sehr, dass Aargauer KMU ungebremst neue Innovationsprojekte in Angriff nehmen und damit ihre Wettbewerbsposition im globalen Markt verbessern. An diesem Beispiel zeigt sich wieder einmal deutlich, dass der Standort Schweiz mit Qualität und  Innovationskraft durchaus konkurrenzfähig ist. Die Fertigkeit von bestens ausgebildeten Mitarbeitenden und der einfache Zugang zu exzellentem Hochschulwissen ist hier ein Schlüsselfaktor.»

Mehrwert für alle Beteiligten

Walter Bender, HTZ-Technologie- und Innovationsexperte (1.v.l.), ergänzte: «Dieses Projekt ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie eine Hochschule ein technologisch bestens aufgestelltes Unternehmen bei der Entwicklung der nächsten Produktegeneration durch adaptierte Simulationen aus verwandten Technologien so unterstützen kann, dass in kürzerer Zeit bessere Ergebnisse erreicht und umgesetzt werden können. Ohne die Vermittlung durch das Hightech Zentrum Aargau hätten sich die heutigen Projektpartner, die fruchtbar und für beide Seiten Mehrwert generierend zusammenarbeiten, wahrscheinlich nie getroffen.»

Rohrer Tools AG sichert Technologieführerschaft

Carsten Lautz, General Manager der Rohrer Tools AG, hielt fest: «Wir stellen uns den Herausforderungen internationaler Märkte offensiv. Die abfallarme Konfektionierung von recycelfähigen Kunststoffen erfordert neue Werkzeugtechnologien. Die vom HTZ initialisierte und unterstützte Kooperation mit der FHNW liefert die wissenschaftlich fundierte Basis für die Entwicklung neuer Werkzeugkonzepte. Diese werden von Rohrer Tools in enger Kooperation mit internationalen Kunden realisiert und umgesetzt. Damit leistet dieses KMU aus der Schweiz einen signifikanten Beitrag für den weltweiten Ressourcen- und Umweltschutz und sichert seine über Jahrzehnte erlangte Technologieführerschaft im Bereich des hochpräzisen Stanzwerkzeugbaus nachhaltig.»

Fachhochschulen erweitern Know-how

Professor Arne Wahlen, Leiter des Instituts für Produkt- und Produktionsengineering der FHNW, führte aus: «Die  Fachhochschulen in der Schweiz sind mit ihrem qualifizierten Fachpersonal mit industrieller Erfahrung prädestiniert für angewandte Forschung- und Entwicklungsprojekte in der Schweizer Unternehmenslandschaft. Dank Förderprogrammen wie zum Beispiel Machbarkeitsstudien des HTZ können Firmen relativ niederschwellig von diesem Know-how profitieren und ihre Entwicklungszyklen beschleunigen. Gleichzeitig profitieren die Schweizer Fachhochschulen von einem stetig wachsenden Fachwissen.»

Seit der Betriebsaufnahme im Frühjahr 2013 hat das HTZ mit rund 800 Unternehmen im Kanton Aargau mehr als 2500 Innovationsprojekte initiiert und begleitet. Bei drei Viertel der Unternehmen handelt es sich um KMU mit weniger als 50  Beschäftigten. Allein 2020 löste das HTZ ein Innovationsvolumen von insgesamt 20 Millionen Franken aus. Die Hälfte dieser Summe wurde von den Unternehmen selber investiert.