
Im Gespräch mit ...
Dieter Egli ist Regierungsrat des Kantons Aargau und Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres. Er bringt die politische und standortstrategische Perspektive in die Diskussion ein.
Bernhard Eschermann ist Technologieexperte, Mitglied des Verwaltungsrats des HTZ und ehemaliger Präsident des Innovationsrats von Innosuisse. Er bringt langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Industrie, Forschung und Innovation mit.
Christian Brönnimann ist Unternehmer, Gründer von DECTRIS und Präsident des Verwaltungsrats von Park Innovaare. Er steht für die enge Verbindung von Forschung, Technologie und unternehmerischer Umsetzung.
Die Gesprächsleiterin ist Leonie Tschol.
Das Hightech Zentrum Aargau unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmer auf dem Weg von der Idee zur marktfähigen Innovation. Es positioniert sich uns als Drehscheibe zwischen Politik, Unternehmen und Wissenschaft. Regierungsrat Dieter Egli, Christian Brönnimann, Verwaltungsratspräsident des Parks Innovaare, und Bernhard Eschermann, langjähriger Präsident des Innovationsrates der Innosuisse und HTZ-Verwaltungsrat, diskutieren über aktuelle Herausforderungen des Innovationsstandorts Aargau.

v.l.n.r. Dieter Egli, Bernhard Eschermann, Christian Brönnimann, Leonie Tschol
Christian Brönnimann «Die Aargauer Unternehmen haben es im Moment nicht leicht. Zur politischen Unsicherheit kommt der immer stärker werdende Franken, der an den Margen nagt. Der Zugang zu Kollaborationen mit den Hochschulen ist in einer solchen Situation zentral.»
Dieter Egli «Als Industriekanton mit hohem Exportanteil sind wir den globalen Unsicherheiten mehr ausgesetzt als Kantone mit einem höheren Dienstleistungsanteil Die Innovationsförderung ist auch vor diesem Hintergrund eine Herzensangelegenheit der Regierung.»
Bernhard Eschermann «Die Weltwirtschaft wird von Plattformen und KI-Modellen getrieben. Für die Aargauer Unternehmen gilt es mitzuhalten; vor allem für die exportorientierten Industriebetriebe. Hier sehe ich einen sehr wichtigen Hebel für die Innovationsförderung.»

Aktuell drückt bei vielen Zulieferbetrieben die Situation in Deutschland, insbesondere in der deutschen Automobilindustrie, auf die Stimmung.
Dieter Egli «Wir haben im Aargau nicht die Mittel für eine breit angelegte Industriepolitik. Wir setzen deshalb auf die bestehenden Stärken der Unternehmen. Was diese Betriebe brauchen, ist ein lebendiger Markt der Ideen. Das HTZ hat an dieser Stelle eine wichtige Übersichtsfunktion.»
Bernhard Eschermann «Erfolgreiche Wirtschaftsregionen setzen auf Netzwerke von Wirtschaft und Wissenschaft. Ein wichtiger Indikator ist die Erfolgsquote von Innosuisse-Projekten. Was dem Kanton helfen könnte, ist die Ansiedlung forschungsstarker Hightech-Unternehmen.»
Christian Brönnimann «Ich bin der Meinung, dass der Aargau bezüglich Bildung und Wissenschaft adäquat aufgestellt ist. Mit dem PSI verfügen wir sogar über eine weltweit einzigartige Forschungseinrichtung. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die Chancen, die ein PSI oder auch ein HTZ bieten, besser bekannt werden.»

Der Aargau bewegt sich im vorderen Mittelfeld der Kantone hinter den beiden ETH-Standorten Waadt und Zürich.
Bernhard Eschermann «Die nationale Innovationsstrategie setzt im Moment stark auf die Förderung von disruptiven Innovationen, was automatisch einen starken Fokus auf Startups mit sich bringt. Man sollte aber nicht vergessen, dass es einen Mittelbau starker Unternehmen braucht, um aus guten Ideen margenstarke und erfolgreiche Produkte zu machen. Deshalb wünsche ich mir ein Förderinstrument zwischen der klassischen Machbarkeitsstudie und dem grossen Innosuisse-Projekt.»
Christian Brönnimann «Es gibt in der betrieblichen Innovationstätigkeit zwei Geschwindigkeiten: die schnelle Verbesserung der Prozesse und Produkte. Ich bin dafür, dass die Politik beides fördert.»
Dieter Egli «Ich sehe, dass die Aargauer KMU ein Bedürfnis nach der Förderung von inkrementellen Innovationen haben. Denn selbst unscheinbare Optimierungsprojekte sind mitunter anspruchsvoll. Mit dem HTZ oder dem Forschungsfonds Aargau hilft der Kanton auch bei solchen Projekten, die unternehmerischen Risiken zu reduzieren.»

Die langfristige Arbeit an Grundlagenprojekten hat das Potenzial einem Unternehmen neue Märkte zu erschliessen.
Wollen Sie wissen, was Dieter Egli, Bernhard Eschermann und Christian Brönnimann über die Mittel aus der OECD-Mindestbesteuerung denken? Oder was sie vom Beitritt des Kantons Aargau zur Greater Zurich Area (GZA) halten? Dies und noch viel mehr erfahren Sie im vollständigen, von der Mentorin und Podcasterin Leonie Tschol geleiteten Gespräch.


Leoniel Tschol