ProjektYeastup AG, Brugg

Aus Bierhefe werden Lebensmittel

#1593

Bei der Bierproduktion fällt überschüssige Hefe an. Das Start-up Yeastup AG mit Sitz im Technopark Aargau in Brugg hat zum Ziel, Inhaltsstoffe aus dieser Hefe im industriellen Massstab zu nutzen, um sie in den Lebensmittelkreislauf zurückzuführen. Das Hightech Zentrum Aargau begleitet das Unternehmen seit fünf Jahren.

Vegane Ernährung ist im Trend, die Nachfrage nach veganen Protein-Alternativen steigt weltweit. Marktforschungsinstitute prognostizieren bis 2026 eine Verdoppelung. Gleichzeitig führt das steigende Gesundheitsbewusstsein dazu, dass präbiotische Inhaltsstoffe wie Beta-Glucan, Mannan oder andere Ballaststoffe verstärkt genutzt werden. Die überschüssige Hefe, die bei der Bierproduktion anfällt, enthält genau solche Proteine und Ballaststoffe. Die Hefe wird jedoch heute kaum genutzt, um daraus diese nachhaltigen Grundstoffe zu generieren. Hier kommt das Start-up Yeastup in Brugg ins Spiel. Es will im industriellen Massstab Proteine und Polysaccharide aus der Überschusshefe extrahieren und diese in den Lebensmittelkreislauf zurückführen – ein innovatives Upcycling also. Das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) unterstützte das Unternehmen bereits 2020 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie. Ebenso konnten Gelder des Forschungsfonds Aargau und ein Innoscheck von Innosuisse generiert werden. Als Projektpartnerin brachte das HTZ das Institut für Chemie und Bioanalytik der Hochschule für Life Science der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Muttenz mit Yeastup zusammen.

 

Grosse Herausforderungen

Das Ziel der Projektpartner war, ein kontinuierliches, wirtschaftliches und skalierbares Verfahren zu entwickeln, um sowohl die Proteine als auch die beiden hochwertigen Polysaccharide (Ballaststoffe) schonend aus der Bierhefe zu extrahieren und als besonders reine, hochwertige Inhaltsstoffe zu gewinnen. In den Versuchen zeigte sich, dass sowohl der Aufschluss der Hefezellen zum Zweck der Freisetzung der Inhaltsstoffe als auch deren sensorisch einwandfreie Qualität erreicht werden konnten. Ein besseres Verständnis der Vorgänge bei den Prozessen ist der Schlüssel zu einem skalierbaren Herstellungsverfahren, das es Yeastup ermöglicht, sich mit diesem innovativen,
kreislaufwirtschaftlichen Ansatz erfolgreich am Markt zu positionieren und zu wachsen.

Skalierung und Markteintritt

Auf die Machbarkeitsstudie folgte ein Start-up-Innovationsprojekt von Innosuisse mit einer Fördersumme von 2.4 Mio. Franken. Jetzt geht es darum, die Produkte, die mittlerweile im Pilotmassstab ihre Funktionalität erreicht haben, in grösseren Mengen herzustellen und den Markteintritt herbeizuführen. Yeastup konnte dafür 2024 eine neue Produktionsstätte inkl. Produktionsanlagen in Lyss zu fairen Konditionen übernehmen – ein Glücksfall, da diese von einem Milchverarbeiter kurz nach der Inbetriebnahme wieder geschlossen wurde. Es wird weiter geforscht, denn ein besseres Verständnis der Vorgänge bei der Extrahierung der Proteine und Polysaccharide ist der Schlüssel zu einem zukünftigen Herstellungsverfahren (Scale-up), das es Yeastup ermöglicht, sich mit diesem innovativen, kreislaufwirtschaftlichen Ansatz erfolgreich am Markt zu positionieren und zu wachsen. Auch hier kann das HTZ weiterhin als Partner agieren.

Auf einen Blick

Das HTZ hat Yeastup in einer ersten Phase mit einer Machbarkeitsstudie und bei der Projektpartnersuche unterstützt und dem Unternehmen jetzt zu einem Start-up Innovationsprojekt von Innosuisse mit einer Fördersumme von 2.4 Mio. Franken verholfen. Auch bei der Beantragung von Geldern beim Forschungsfonds Aargau oder dem Innoscheck war der HTZ-Experte kompetenter Ansprechpartner.

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