ProjektSchaerer Schlaepfer AG, Rothrist

«Rho-D-eta» – Neuartige Inprozesskontrolle für die Alkoxylierung

#777

Das Rothrister Chemie-Unternehmen Schaerer Schlaepfer suchte eine Lösung, um Fortschritte bei Alkoxylierungsprozessen messbar zu machen. Das Hightech Zentrum Aargau half mit einer Machbarkeitsstudie und einer Patentrecherche und unterstützte das KMU beim Antrag für ein Innosuisse-Projekt.

Film zu Schaerer Schlaepfer AG

Bei Schaerer Schlaepferdreht sich alles um Grenzen: Das Unternehmen entwickelt und produziert in Rothrist grenzflächenaktive Substanzen für verschiedene Anwendungen. Diese sogenannten Tenside sind beispielsweise als Vermittler zwischen Wasser und Fett im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass Reinigungs- oder Waschmittel den Schmutz von Oberflächen oder der Wäsche lösen.

Um solche Tenside herzustellen, braucht es einen Alkoxylierungsprozess. Dieser wird, wie andere chemische Reaktionen, nach einer vorgegebenen Rezeptur durchgeführt. Im Laufe des Prozesses wird das Produkt im Labor geprüft. Die Reaktion wird beendet, sobald die gewünschten Messwerte erreicht sind. Dies erfordert Erfahrung und Zeit. Zudem besteht das Risiko, dass ein Prozess zu spät beendet und das Produkt unbrauchbar wird.

Online-Prüfverfahren als Ziel

Für Schaerer Schlaepfer war das Potential einer Online-Messung im Reaktor schon lange klar. Die Möglichkeit den Prozess zu verfolgen, ohne ein Muster zu ziehen, bringt viele Vorteile. Als KMU fehlten aber die nötigen Ressourcen und Netzwerke, eine solche Messtechnik zu etablieren. Hier kam das Hightech Zentrum Aargau ins Spiel. Zuerst mit Innovationsexperte Walter Bender und heute mit Peter Morf, Schwerpunktleiter Energietechnologien und Ressourceneffizienz, wurde aus einer Idee Realität.

In einem ersten Schritt wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie nach geeigneten Messtechniken gesucht und erste Messungen durchgeführt. Im Rahmen des Innosuisse-Projektes ging es darum, die Messtechnik während der chemischen Reaktion zu testen. Dazu musste eigens ein Reaktor mit integrierter Messtechnik entwickelt und gebaut werden. So können für jede Reaktion Echtzeitdaten geliefert werden.

Testphase bestanden

«Bevor ich zum Hightech Zentrum kam, arbeitete ich in einem Chemieunternehmen, das in einem ähnlichen Bereich unterwegs ist wie die Schaerer Schlaepfer AG», sagt Peter Morf. Das war ein Glücksfall, brachte der Experte doch einiges an Know-how mit. Dies half auch beim Beantragen von Fördergeldern und dabei, die richtigen Partner zu finden, um ein solches Projekt umzusetzen. «Es ist schön zu sehen, dass wir erfolgreich ein Prüfverfahren entwickeln konnten, das jetzt eingesetzt werden kann.»

Noch braucht es ein paar kleinere Adjustierungen bei den Messungen, und der Testreaktor ist natürlich nicht so gross wie eine Produktionsanlage. Es zeigt sich aber, dass das System skalierbar ist und funktioniert. Und es ist ausbaufähig. «Wir möchten diese Messtechnik sicherlich einplanen, wenn es darum geht, eine neue Produktionsanlage zu bauen», sagt Co-Managing Director Roland Borner von Schaerer Schlaepfer.

Auf einen Blick

Das HTZ gleiste mit Schaerer Schlaepfer einen Innovationscheck und eine Machbarkeitsstudie auf und machte eine Patentrecherche. Ausserdem begleitete es das Rothrister Unternehmen in einem Innosuisse-Projekt dabei, einen Laborreaktor zu bauen, in dem das Verfahren getestet werden konnte .

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