Hightech Zentrum Aargau

Das Hightech-Jungunternehmen Sintratec AG mischt den stark wachsenden Markt für 3D-Drucker kräftig auf. Mit Unterstützung des Forschungsfonds Aargau und des Hightech Zentrums Aargau und des Forschungsfonds Aargau wird die Selektive Lasersinter-Technologie (SLS) weiterentwickelt.

Drei junge Schweizer Elektrotechnik-Ingenieure gründeten 2014 die Sintratec AG. Ihre Vision: Sie wollten einen 3D-Drucker im Desktop-Format für hohe Qualitätsansprüche bauen. Ihr Produkt sollte die ausgereifte Lasersinter-Technologie verwenden. 2015 konnte der erste Desktop-Lasersinter-Bausatz für 5000 Franken ausgeliefert werden. Sintratec zählt 21 Beschäftigte, sieben weitere Positionen sind offen. Sie verkauft seit 2016 auch Fertigmaschinen zu Preisen zwischen 20‘000 und 40‘000 Franken. Die Sintratec S2 zeichnet sich durch einen in sich geschlossenen Workflow aus. Das System deckt alle Arbeitsschritte vom Druckprozess bis hin zur Nachbearbeitung ab.

Lasersintern ist ein additives Produktionsverfahren. Aus einem pulverförmigen Kunststoff wird mittels Laser schichtweise ein dreidimensionales Objekt hergestellt. Dieses kann so komplex sein, dass es sich mit keiner Alternativtechnologie herstellen lässt. Weil keine teuren Werkzeuge erforderlich sind, lassen sich bis zu faustgrosse Teile Serien bis zu 10‘000 Stück günstiger herstellen. Die häufigste Anwendung durch KMU-Kunden ist der Bau funktionaler Prototypen. Der nächste Schritt ist vielfach die Produktion grosser Serien mittels Druckgusstechnologie.

„Wir wollen in unserem Marktsegment der ‚First Mover‘ bleiben.“

Christian von Burg,Technikchef, Sintratec AG

Das Vertriebsnetz erstreckt sich bis nach Südafrika, Japan, Australien und in die USA. Die Kunden arbeiten im Automobil- und Flugzeugbau, in der Medizinaltechnik und im Werkzeugbau, in Forschungsinstituten von Universitäten oder Fachhochschulen.

Innovatives Heizverfahren patentiert

Bereits nach wenigen Stunden lassen sich Kunststoffbauteile ausdrucken, die hohen Ansprüchen bezüglich Auflösung, Belastbarkeit und Temperaturbeständigkeit genügen. Allerdings: Bei Massenproduktion hält die Technologie den hohen Anforderungen der Luftfahrt- und Automobilindustrie oft nicht stand. Die Temperaturverteilung in der Sinterkammer ist die Schwachstelle. Sintratec löste das Problem mit einem innovativen Heizverfahren. Mit Unterstützung durch das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) wurden die Patente international angemeldet und veröffentlicht. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde die Wirksamkeit der Heiztechnologie nachgewiesen. Auf Initiative des HTZ konnte das Institut für Thermo & Fluid Engineering der FHNW als Hauptforschungspartner gewonnen werden. Vom Aufwand von 160‘000 Franken übernahm der Forschungsfonds Aargau 60 Prozent. „Mit jenen Mitteln haben wir enorm viel erreicht“, bilanziert Technikchef Christian von Burg.

Auf einen Blick

Das Hightech Zentrum Aargau hat den 3D-Druckerentwickler Sintratec AG im Rahmen einer Machbarkeitsstudie bei der Weiterentwicklung der Technologie unterstützt – zusammen mit dem Forschungsfonds Aargau. Ein Folgeprojekt der bisherigen Partner ist geplant.