Mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit dank Innovation: Die Birchmeier Sprühtechnik arbeitet regelmässig mit dem HTZ zusammen.

1889 entwickelt Johann Baptist Birchmeier das erste Rückensprühgerät der Welt. Seither steht das von ihm gegründete Unternehmen für mobile Geräte zum Sprühen, Spritzen, Schäumen, Dosieren, Reinigen und Betanken bis maximal 130 Liter Kapazität.
Der weisse Firmenname auf rotem Grund ist in Gartencentern ebenso unübersehbar wie in den Gartenabteilungen von Landi, Obi oder Jumbo. Zwei Drittel des Umsatzes steuert das Exportgeschäft zu. «Aktuell liefern wir in 80 Länder auf fünf Kontinenten», erklärt CEO und Verwaltungsratspräsident Jörg Lembachner; wobei im Ausland über lokale Distributoren vor allem professionelle Anwender adressiert werden: Bau- und Reinigungsfirmen, Kammerjäger, Hauswarte, Landschaftsgärtner und Betreiber von Baumschulen.
Um die führende Stellung im Premiumsegment zu halten, setzt das 50- bis 60-köpfige Unternehmen auf die laufende technische Verbesserung der Modellpalette. Dem HTZ kommt in dieser Strategie eine Schlüsselrolle zu. In den letzten zehn Jahren realisierte das Unternehmen aus Stetten fünf Innovationsprojekte mit Unterstützung von HTZ-Experten.
Den Anfang machte eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines neuartigen ergonomischen Traggurtsystems. Beim nächsten Projekt ging es um ein System für Unkrautbekämpfung mittels Hochspannungsimpulsen. Der tiefere Eintrag von chemischen Pflanzenschutzmitteln reduziert die Belastung für den Boden, das Grundwasser, Flora und Fauna.
Ein weiteres Projekt – eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern HSLU – führte zur Markteinführung eines akkubasierten Sprühgebläses mit hydraulischer Zerstäubung. Das System ermöglicht eine höhere Anwendungsgenauigkeit als benzinbetriebene Modelle, reduziert ebenfalls den Pflanzenschutz- und Desinfektionsmitteleinsatz und erleichtert die Ausbringung von biologischen Pflanzenstärkungsmittel. Am Institut für Maschinen- und Energietechnik der HSLU wurden mittels Messungen und Simulationen die anwendungsspezifischen Einstellungen optimiert und definiert.
Vermarktet wird der innovative Zerstäuber unter dem Namen AS 1200. Er gilt als weltbestes Gerät seiner Art und wurde mit mehreren nationalen und internationalen Innovationspreisen ausgezeichnet.
Das aktuellste Projekt von Birchmeier ist eine vom HTZ kofinanzierte Machbarkeitsstudie mit dem Institute of Signal Processing and Wireless Communications ISC der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW. Eine Zusatzelektronik – kombiniert mit einer App – soll den Nutzer eines Sprühgeräts in Echtzeit mit zuverlässigen Informationen zu Tankfüllstand, Ausbringungs- und Durchflussmengen versorgen. Ausserdem soll sie via GPS das Anwendungsgebiet geografisch dokumentieren.
Weitere Details zum laufenden Innovationsvorhaben will Birchmeier-CEO Lembachner nicht preisgeben. Doch für ihn ist klar: «Ohne solche Neuerungen kann sich ein KMU aus dem Hochpreisland Schweiz in einem internationalen Markt nicht behaupten».

Setzt international Masstäbe: Der AS 1200, ein akkubetriebener Bläser mit hydraulischer Zerstäubung.
Das HTZ führte mit der Birchmeier Sprühtechnik AG mehrere Förderprojekte durch. Forschungspartner waren die Hochschule Luzern, die Fachhochschule Nordwestschweiz, die Ostschweizer Fachhochschule sowie die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften.