Das Softwareunternehmen BRASO erweitert seine Lösung extro um integrierte KI-Anwendungen. Diese sollen administrative Abläufe in Elektro-KMU vereinfachen und Fachkräften mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit verschaffen. Das Hightech Zentrum Aargau unterstützte BRASO bei diesem Innovationsprojekt.

Administrative Aufgaben binden wertvolle Fachkräfte. Nach einem Kundengespräch wird rasch eine Offerte erwartet; nach Abschluss müssen die erbrachten Leistungen und das eingesetzte Material vollständig dokumentiert und zeitnah verrechnet werden. Verzögerungen verursachen zusätzlichen Aufwand und belasten die Liquidität.
2023 lancierte die BRASO AG aus Schöftland die Softwarelösung extro. Sie digitalisiert die Auftragsabwicklung von der Planung über die Zeit-, Material- und Rapporterfassung bis zur Rechnungsstellung und Projektkontrolle. Nun soll extro um KI-Anwendungen erweitert werden, die direkt in die bestehende digitale Auftragsabwicklung eingebunden sind.

Vom Gespräch zur Offerte: Der KI-Copilot überführt mündlich erfasste Kundenbedürfnisse in einen strukturierten Offertentwurf.
Das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) unterstützte die BRASO AG bei der Evaluation geeigneter Forschungspartner, der Projektstrukturierung und der Beantragung von Fördermitteln. Dabei stellte es den Kontakt zum Institut für Computational Engineering der OST – Ostschweizer Fachhochschule her. Gemeinsam mit der OST führte BRASO eine Machbarkeitsstudie durch. Für das Vorhaben wurde zudem ein Innovationsscheck bewilligt.
Unter Einbezug von extro-Kundinnen und -Kunden wurden die Anwendungsfälle validiert und konkretisiert. Als Co-Creators testen sie im weiteren Projektverlauf Prototypen und erste Funktionen und begleiten deren Weiterentwicklung. «Ein Vorteil für das Projekt war, dass BRASO die Bedürfnisse ihrer Kundschaft sehr gut kennt und dass es von Anfang an genau um diese Bedürfnisse ging», sagt Christoph Brunschwiler, Technologie- und Innovationsexperte des HTZ.
Im ersten Anwendungsfall nimmt ein KI-basierter Copilot Kundenbedürfnisse und Auftragsanfragen auf. Mitarbeitende können bei einer Begehung die wichtigsten Informationen mündlich festhalten. Das System strukturiert und interpretiert die Angaben anhand der Branchenlogik und erstellt unter Einbezug geeigneter Projektdaten einen Offertentwurf zur fachlichen Prüfung. Der zweite Anwendungsfall betrifft eine KI-gestützte, mehrsprachige Leistungserfassung. Arbeitszeiten und Material werden mündlich erfasst und automatisch in strukturierte Einträge überführt. «Die Machbarkeitsstudie für diesen Anwendungsfall ist abgeschlossen. Aktuell integrieren wir die mehrsprachige Leistungserfassung direkt in extro», sagt Vivienne Lorenc, Mitglied der Geschäftsleitung der BRASO AG.
Beide Anwendungen werden direkt in extro integriert und damit Teil der bestehenden digitalen Auftragsabwicklung. Branchenkenntnis, Kundennähe und eine gute Datenbasis schaffen ideale Voraussetzungen. Die Zusammenarbeit mit den Co-Creators sorgt für einen konkreten Nutzen im Arbeitsalltag der Elektro-KMU.
Das HTZ unterstützte BRASO bei ihrem Innovationsvorhaben: von der Schärfung der Fragestellung über die Partnersuche und Antragserstellung bis hin zur punktuellen Projektbegleitung.