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Holz als Hochleistungsmaterial

Der SDG Award 2020 des Swiss Green Economy Symposiums geht an ein Team der Empa und der ETH Zürich rund um Ingo Burgert und Tanja Zimmermann. Mit der Preisvergabe werden die Leistungen der Forschenden zum Thema nachhaltiges Bauen mit Holz gewürdigt.

Holz als Hochleistungsmaterial

Am 1. September 2020 wurde Ingo Burgert , stellvertretend für die Holzforschungsteams an Empa und ETH, mit dem SDG Award 2020 für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. «Burgert und sein Team tragen massiv dazu bei, dass in Zukunft Lösungen und Anwendungen in unserem Leben Einzug halten, welche einen Beitrag zur Klimarettung beisteuern», hiess es in der Begründung der Jury. Das Swiss Green Economy Symposium übergab den Preis an Holzforscher Burgert, der sowohl an der Empa als auch an der ETH Zürich forscht, und würdigte zudem Tanja Zimmermann, die das Empa-Departement «Functional Materials» leitet und die zusammen mit Burgert die Basis für die nun ausgezeichneten Forschungsarbeiten gelegt hatte.

Als nachwachsender Rohstoff ist Holz vielfältig einsetzbar. Als Baumaterial ist der Werkstoff jedoch von Stahl, Glas und Beton lange Zeit in den Hintergrund gerückt worden. Dem Forscher-Team ist es gelungen, innovative Technologien zu entwickeln, mit der sich die Ressource Holz als nachhaltige Alternative und Ergänzung zu anderen Baumaterialien nutzen lässt. 

Ziel der Forschenden ist es, Holz zu einem biobasierten Hochleistungswerkstoff zu machen und mit neuen Funktionalitäten auszustatten. So entstanden antimikrobiell-wirkende Türgriffe, mineralisiertes Holz mit stärkerem Flammwiderstand oder sich selbst verformende Holzelemente. Durch ein Herauslösen des Lignins und eine anschliessende Verdichtung konnte Holz zudem zu einem formbaren und hochfesten Werkstoff verfeinert werden, der neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.

 

Burgert, der einen Lehrstuhl an der ETH Zürich bekleidet, war zusammen mit Tanja Zimmermann massgeblich an der Entwicklung der Unit «Vision Wood» am Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Empa und der Eawag in Dübendorf beteiligt, in der einige dieser Entwicklungen demonstriert werden. In seiner Laudatio stellte René Kalt, Geschäftsführer des Innovationsparks Zürich, denn auch fest: «Vision Wood ist eine tolle Sache und aus meiner Innovationsperspektive auch ein Paradebeispiel, welche Aufgabe die Empa im internationalen Innovationswettlauf wahrnehmen kann: Sie ist gemeinsam mit der Industrie der Pflanzgarten für die Lösungen von morgen.»

Dabei sind die Holzforscher gleichfalls bestrebt, Holz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft vermehrt in Recycling- und Veredelungsprozessen einsetzbar zu machen. So kann die nachwachsende und CO2 speichernde Ressource Holz nicht nur dank seiner grossen Verfügbarkeit und seinen hervorragenden mechanischen Eigenschaften, sondern auch durch klimafreundliche Produktion und Wiederverwertung positiv zur aktuellen Klimadiskussion beitragen.

Mit dem SDG Award zeichnet das Swiss Green Economy Symposium Lösungen und Projekte aus, die richtungsweisend die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umsetzen. Mit dem Preis sollen Akteure zu mutigem Engagement inspiriert und innovative Projekte mit Vorbildfunktion gefördert werden. Die 17 UNO-Nachhaltigkeitsziele 2030 (Sustainable Development Goals – SDG) sind die Grundpfeiler des Swiss Green Economy Symposium. Mit diesen Zielen wurde seitens der UNO die Bedeutung der «Green Economy» als zentraler Grundpfeiler für eine nachhaltige Entwicklung bekräftigt. Ziel der «Green Economy» ist es, materiellen Wohlstand und sozialen Frieden zu schaffen und dabei eine hohe Umweltqualität zu ermöglichen – also die Förderung von optimaler Lebensqualität in all ihren Facetten. Gegenüber der Handelszeitung sagte Preisträger Burgert: «Wir freuen uns sehr über diese grossartige Auszeichnung. Es ist schön zu sehen, dass die nachwachsende Ressource Holz mit ihrem Potenzial zur Verwendung als biobasierter Hochleistungswerkstoff zunehmende Aufmerksamkeit erfährt.»