Hightech Zentrum Aargau

Das Hightech Zentrum Aargau hat die Olanga AG bei der Entwicklung einer speziellen Online-Plattform unterstützt: Deren Ziel ist die Vermarktung von Gemüse und Früchten, die als «nichtkonform» gelten und damit um die Eindämmung des gewichtigen Food-Waste-Problems.

In der Schweiz wird viel Obst und Gemüse weggeworfen. Bis zu 40 Prozent davon entfallen auf so genannt nichtkonforme Produkte, «ugly fruits and vegetables». Der Marktwert des jährlich anfallenden Überschusses an Obst und Gemüse beziffert sich auf horrende 95 Millionen Franken. Dieser Umstand müsste sich doch korrigieren lassen, meinten Dr. Petar Mandaliev vom Institut für Biomasse und Ressourceneffizienz der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Prof. Thomas Heim von der Hochschule Luzern und die Gemüseproduzentin Max Schwarz AG in Villigen. Mit der Gründung der Olanga AG peilten sie die Entwicklung eines B2B-Marktplatzes für individuell gewachsenes Obst und Gemüse an. Diese Plattform soll den direkten Online-Handel zwischen Produzenten (schweizerische Agrarbetriebe) und Konsumenten (Gastronomiebetriebe und weitere Grossverbraucher) ermöglichen.

Ziel: Die Akzeptanz der Plattform

Petar Mandaliev kannte von seiner früheren Tätigkeit beim Bundesamt für Umwelt BAFU her das Instrument der Machbarkeitsstudie (MBS), das vom HTZ seit Jahren erfolgreich zur Unterstützung von innovativen KMU-Projekten eingesetzt wird. Nach einer Lagebeurteilung initiierte HTZ-Experte Bernhard Isenschmid ein passendes Förderprojekt. Die grösste Herausforderung für die Olanga AG besteht in der Sicherstellung der Akzeptanz bei den Benutzern der anvisierten Plattform. Die Wahl des Forschungspartners fiel auf das Institut für Interaktive Technologien IIT der FHNW. Dieses verfügt über reiche Erfahrung auf den Gebieten «Requirements Engineering» und «Design». «Die Konzipierung von Konzeptlösungen für neuartige Systeme zählt zu den Kernkompetenzen des IIT», erläutert HTZ-Experte Bernhard Isenschmid.

Die Kernfrage des Projekts: Welche Funktionalitäten und Qualitäten weist ein solcher Online-Marktplatz im Idealfall auf? Die Studienergebnisse dienten denn auch als Grundlage für die Entwicklung eines Plattform-Prototyps für den Verkauf von überzähligem Obst und Gemüse (https://olanga.store). Olanga-Mitgründer Petar Mandaliev umschreibt den Nutzeffekt des Projekts für das KMU:

«Jene Studie war entscheidend für unseren bisherigen Erfolg. Ohne sie hätte es auch kein Nachfolgeprojekt gegeben.»

Olanga-Mitgründer Petar Mandaliev

In diesem Folgeprojekt stand die Vermarktung des Prototyps im Zentrum. Mandaliev ergänzt: «HTZ und das Institut IIT engagieren sich extrem unternehmensorientiert und tun alles Mögliche, um uns zu unterstützen und sind auch für Diskussionen stets verfügbar.» Übrigens: Das afrikanische “Ulanga” bezeichnet einen Fluss, der wegen übermässig forcierter Landwirtschaft von Dürre bedroht ist.

Auf einen Blick

Das HTZ hat die Olanga AG bei ihrer Gründung und Strategiefindung beraten. Danach wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Prototyp für einen Online-Marktplatz für «nicht marktkonformes» Obst und Gemüse entwickelt, ein Folgeprojekt wurde vom Forschungsfonds Aargau mitfinanziert.

Sehen Sie hier die Reportage von Adrian Remund von TeleM1 vom Juni 2021.