Mit den Forschungsfonds fördert der Kanton gezielt Projekte von Aargauer Unternehmen, die direkt mit einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut zusammenarbeiten. Die MEMS AG in Birmenstorf entwickelt Messgeräte, die die Qualität von Gas messen. Und wird dabei vom Forschungsfonds Aargau unterstützt.

Grundsätzliches vorneweg: Der Forschungsfonds besteht seit 2008. Sind zu Beginn die Mittel noch bescheiden, wachsen sie im Lauf der Jahre aufgrund des grossen Erfolges stetig an. 2014 sind es stattliche 1,2 Mio. Franken. 2014 ist auch das Jahr, in dem der Forschungsfonds dem Hightech Zentrum Aargau angegliedert wird, jedoch nach wie vor eigenständig – auf der Basis der Leistungsvereinbarung und des Vergabereglements – über die Zuteilung der Gelder entscheidet. Wobei der kantonale Förderbeitrag ausschliesslich an die am Projekt beteiligten Hochschulen oder Institute überwiesen wird; von den Firmen wird eine finanzielle Beteiligung in gleicher Höhe verlangt.

Die MEMS AG erhält vom Forschungsfonds Aargau Fr. 60‘000.- zugesprochen. Respektive die ins Projekt involvierte Partnerin, die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in Dübendorf.

Jetzt, wo dieser Text publiziert wird, ist die konkrete Projektzusammenarbeit zwischen MEMS und EMPA bereits seit einem Monat beendet. Erfolgreich beendet. Darum geht an dieser Stelle der Blick zurück.

„Am 14. August 2013 reichte die MEMS AG ihren Antrag auf Förderung ein“, erinnert sich der Präsident der Forschungsfonds-Kommission, Christian Beer. Gerade rechtzeitig vor der zweiten Vergabesitzung des Ausschusses im Jahr 2013. „Ich weiss das noch so gut, weil der Antrag knapp und präzis formuliert war wie selten einer zuvor. Auf gerademal zwölf Seiten stand alles, was wir benötigten, um das Gesuch auf fundierter Basis innert kürzester Zeit positiv zu beantworten.“

Philippe Prêtre, Technische Direktor bei der MEMS AG, staunt noch heute: „Ich war wirklich überrascht, wie schnell das Geld gesprochen wurde. Dank den finanziellen Mitteln konnten wir die Zusammenarbeit mit der EMPA intensivieren und schliesslich zu einem vorläufig sehr guten Ende bringen.“

Thomas Christen, Mitarbeiter am ABB-Forschungszentrum und Mitglied der Forschungsfonds-Kommission, begleitete das Projekt im Auftrag des Forschungsfonds. Er achtete auf das Einhalten von Terminen, besuchte Koordinationssitzungen und rapportierte der Forschungsfonds-Kommission über den Fortschritt.

Gasbeschaffenheitssensor in Kompaktbauweise

Im Zentrum steht ein kompakt gebauter und kostengünstiger Gasbeschaffenheitssensor. Sehr teure und sehr grosse Geräte gibt es bereits. Was der Markt bei zunehmender Versorgung mit den unterschiedlichsten Qualitäten von Gas aufgrund neuer Pipelines und Bezugsquellen (Gas aus Strom, Biogas, etc.) aber braucht, sind einfache Geräte. Für Einfamilienhäuser, die mit Gas beheizt werden zum Beispiel.

„Die MEMS AG hat sich deshalb zum Ziel gesetzt…“, erklärt Prêtre, „…kostengünstige Gasbeschaffenheitssensoren herzustellen, damit alle Prozesse, auf die die Qualitätsänderungen des genutzten Gases einen grossen Einfluss ausüben, auch künftig optimal ablaufen.“ Die Lösung liegt im Kleinen: Chip-basierte Systeme mit hochsensiblen Sensoren detektieren Qualitätsschwankungen sehr genau. Und sehr rasch.

„Die erreichbare Messgenauigkeit darf nicht mit eichrechtlich zugelassenen Geräten verglichen werden. Nichtsdestotrotz ist sie für die allermeisten Anwendungen völlig ausreichend.“

Philippe Prêtre, Technischer Direktor, MEMS AG

Mit grossem Aufwand wurden an der EMPA die Messverfahren durchgeführt. Es galt, für moderne, sehr unterschiedliche Gasmotorenkonzepte jeweils die entscheidende Gasbeschaffenheit zu finden, und diese dann mit den neuen Sensoren entsprechend zu messen. Heute nun geht die Reise weiter. Und der Blick in die Zukunft. Das Gerät zusammen mit einem Partner, der in der Lage ist, grosse Stückzahlen zu produzieren, auf dem Markt zu etablieren, ist der folgerichtige Schritt.

Als unmittelbar Nächstes aber steht der finale Abschlussbericht zuhanden des Forschungsfonds in der Agenda von Philippe Prêtre. „Fällt der ähnlich präzis wie der Antrag aus…“, so Christian Beer zum Abschluss, " … so freue ich mich jetzt schon auf die Lektüre.“